Kapitel 1
Die Entstehung von Dried Ingredients
Wie aus einem Leben mit getrockneten Lebensmitteln, internationaler Erfahrung und einer entscheidenden Erkenntnis die Idee für Dried Ingredients entstand.
Kapitel-Einleitung
Wie aus einem Leben mit getrockneten Lebensmitteln, internationaler Erfahrung und einer entscheidenden Erkenntnis die Idee für Dried Ingredients entstand.
Kindheit
In der Welt getrockneter Lebensmittel aufgewachsen
Mein Name ist Jörn Burchard, Gründer und Geschäftsführer von Dried Ingredients.
Die Welt der getrockneten Lebensmittel begleitet mich nicht erst seit Beginn meines Berufslebens. Ich bin in ihr aufgewachsen.
Mein Vater war Prokurist bei der Brückner-Werke KG, einem führenden Hersteller getrockneter Lebensmittel für die Suppen- und Saucenindustrie. Dadurch kam ich bereits als Kind mit landwirtschaftlichen Rohstoffen, ihrer Trocknung und ihrer industriellen Verarbeitung in Berührung.
Ich begleitete Ernten auf den Feldern und lernte früh, wie stark die Qualität eines Naturproduktes von seiner Herkunft, dem Anbau, dem Wetter, dem richtigen Erntezeitpunkt, der Trocknung und der weiteren Verarbeitung abhängt.
Während der Sommerferien arbeitete ich in den Werken, um mein Taschengeld aufzubessern. Dort war ich unter anderem an Schneide-, Reinigungs- und Trocknungsanlagen sowie in den Lagern tätig. Nach der Schule absolvierte ich auch meine Ausbildung bei den Brückner-Werken.
Ich lernte die Branche damit nicht zuerst vom Schreibtisch aus kennen. Ich lernte sie auf den Feldern, in den Lagern, in der Produktion und unmittelbar an den Rohstoffen kennen.
Getrocknete Lebensmittel waren für mich nie nur ein Produkt oder ein später gewähltes Berufsfeld. Sie waren von Beginn an Teil meines Lebens.
Meine berufliche Tätigkeit führte mich später in mehr als 54 Länder. Dabei durfte ich unterschiedliche Kulturen, Lebensweisen, Religionen, Arbeitsbedingungen sowie verschiedene Formen der Landwirtschaft, Trocknung und Verarbeitung kennenlernen.
Ich habe erfahren, wie unterschiedlich Menschen in den einzelnen Regionen dieser Welt leben, denken, glauben und wirtschaften. Gleichzeitig habe ich gesehen, wie eng wir innerhalb internationaler Lieferketten miteinander verbunden sind.
Lieferanten sind für mich deshalb keine anonymen Bezugsquellen, und Ursprungsländer sind mehr als nur Punkte auf einer Landkarte.
Hinter jeder Rohware stehen Menschen, Familien und Unternehmen. Hinter ihr stehen regionale Besonderheiten, über Generationen gewachsene Erfahrungen, persönliche Beziehungen, Chancen und auch Risiken.
Viele Lieferanten und Geschäftspartner sind im Laufe der Jahre zu langjährigen Wegbegleitern und Freunden geworden.
Wer Rohstoffe weltweit beschafft, übernimmt Verantwortung. Entscheidungen, die wir hier treffen, wirken sich auf Menschen und Unternehmen in den Ursprungsländern aus. Gleichzeitig beeinflussen die Bedingungen vor Ort unmittelbar die Qualität, Verfügbarkeit und Sicherheit unserer Produkte.
Diese Erkenntnis begleitet mich bis heute.
1987
Von getrockneten Lebensmitteln zur Welt des Tees
Seit 1987 bin ich beruflich im Markt für getrocknete Kräuter, Früchte und Gewürze tätig.
Das eigentliche Früchte- und Kräuteteegeschäft erlernte ich bei der Firma Paul Müggenburg. Dort konnte ich mein Wissen über pflanzliche Rohstoffe vertiefen und gleichzeitig die besonderen Anforderungen der Teeindustrie kennenlernen.
Es ging nicht mehr nur um einzelne Rohwaren, sondern zunehmend um ihr Zusammenspiel: um Produktentwicklung, Geschmack, Farbe, Aromen, Schnittgrößen, Schüttvolumen, Mischungen, Analytik, Qualität und Verarbeitung.
Ich lernte, wie aus unterschiedlichen Rohstoffen ein ausgewogenes und marktfähiges Produkt entsteht und wie viele Faktoren dabei berücksichtigt werden müssen.
Nach der Übernahme von Paul Müggenburg durch die Martin Bauer Gruppe wechselte ich 1998 zu meinem damals größten Kunden, der Hälssen & Lyon GmbH.
Dort erhielt ich die Möglichkeit, das Früchte- und Kräuteteegeschäft aufzubauen und über viele Jahre maßgeblich weiterzuentwickeln.
Ich leitete verschiedene Unternehmensbereiche. Dazu gehörten der Einkauf von Früchten und Kräutern, die Qualitätskontrolle, Qualitätssicherung und die Produktentwicklung. Darüber hinaus war ich im Marketing und im internationalen Vertrieb tätig.
Parallel dazu baute ich in Thüringen einen Veredelungsbetrieb für die Lagerung und Weiterverarbeitung getrockneter Kräuter, Früchte und Gewürze auf.
Dadurch lernte ich nahezu die gesamte Wertschöpfungskette kennen: vom Ursprung und Einkauf der Rohwaren über Analytik, Qualitätssicherung, Qualitätskontrolle, Lagerung und Weiterverarbeitung bis hin zur Produktentwicklung, Vermarktung und Betreuung der Kunden.
Wir waren sehr erfolgreich, und das Unternehmen entwickelte sich dynamisch.
In dieser Zeit lernte ich jedoch auch eine der wichtigsten Lektionen meines Berufslebens:
Der langfristige Erfolg eines Unternehmens hängt nicht allein von guten Produkten, Fachwissen und engagierten Mitarbeitern ab. Entscheidend ist, wie eine Organisation aufgebaut ist, wie effizient Daten und Informationen fließen und wie Menschen, Prozesse und Verantwortlichkeiten miteinander verbunden sind.
Gerade in stark wachsenden Unternehmen entstehen im Laufe der Zeit gewachsene Strukturen, Abteilungen und Zuständigkeiten. Vorhandene Softwarelösungen und getrennte Systeme können dabei zunehmend an ihre Grenzen stoßen.
Meine Vorstellung einer durchgängig vernetzten, transparenten und effizienten Unternehmenssteuerung ließ sich innerhalb dieser Strukturen nicht in dem Umfang verwirklichen, wie ich es für notwendig hielt.
2010
Der Schritt zurück auf null
Im Jahr 2010 entschied ich mich schweren Herzens, Hälssen & Lyon zu verlassen und noch einmal ganz von vorne zu beginnen.
Ich gründete die Dried Ingredients GmbH, um meine eigene Vorstellung davon umzusetzen, wie ein modernes Unternehmen für Früchte-, Kräuter- und Gewürztees organisiert und gesteuert werden sollte.
Ich ging bewusst zurück auf null.
Ich hatte kein großes Unternehmen, keine umfangreiche Organisation und keine fertigen Systeme. Was ich hatte, waren 50.000 €, meine Erfahrungen, mein Wissen, eine klare Vorstellung und die Überzeugung, dass sich ein Unternehmen anders organisieren lässt.
Die Vision war von Beginn an klar:
Ich wollte mein Wissen sowie das Wissen und die Erfahrung meiner Mitarbeiter digitalisieren und damit das effizienteste und transparenteste Unternehmen der internationalen Kräutertee-Branche aufbauen.
Dabei ging es nie darum, Menschen oder ihre Erfahrung durch Technik zu ersetzen.
Im Gegenteil: Das über viele Jahre erworbene Wissen sollte bewahrt, systematisiert und dauerhaft in unseren Prozessen verankert werden.
Es sollte nicht allein in den Köpfen einzelner Menschen, in voneinander getrennten Abteilungen oder in isolierten Dateien und Programmen verbleiben. Es sollte zu einem gemeinsamen Bestandteil der gesamten Organisation werden.
Daten müssen fließen können.
Sie müssen gesammelt, gebündelt, miteinander verbunden und fortlaufend ergänzt werden. Nur so entsteht aus einzelnen Informationen ein lernendes System, das mit dem Unternehmen, seinen Mitarbeitern und seinem Wissen wächst.
Vision
Daten müssen fließen können
Daten müssen fließen können.
Sie müssen gesammelt, gebündelt, miteinander verbunden und fortlaufend ergänzt werden. Nur so entsteht aus einzelnen Informationen ein lernendes System, das mit dem Unternehmen, seinen Mitarbeitern und seinem Wissen wächst.
